nassenotorf, 02.10.2014, von Stefan Brixner

Übung am Trümmerberg

Bergungsgruppen zeigen Einsatzbereitschaft

Am Donnerstag Abend (2.10.14) wurden die beiden Bergungsgruppen des THW Uelzen über ihre Funkmeldeempfänger alarmiert. "Gasexplosion in der Nähe einer Biogasanlage. Verschüttete Personen vermutet", so lautete die Alarmierung für die Männer und Frauen, die an diesem Abend ihren Dienst in der Unterkunft am Bohldamm gerade erst begonnen hatten.

Schnell war der Gerätekraftwagen der 1. Bergungsgruppe besetzt und ausrückebereit. Das Ziel war ein ca. 200 Meter langer und ca. 6m hoher Trümmerberg auf einem privatwirtschaftlichen Betriebsgelände nahe bei Nasennottorf im nördlichen Landkreis Uelzen. Die 2. Bergungsgruppe wurde nachgeführt, so dass vor Ort 15 Helfer in 2 Gruppen im Einsatz waren.

Auch wenn schnell klar war, dass es sich hier um eine gut vorbereitete Übung handelte, waren alle Helfer hoch motiviert und mit Eifer und Präzision bei der Sache. Denn die gestellte Aufgabe war teilweise kniffelig, in jedem Fall Kräfte zehrend. So galt es ohne stationäre Beleuchtung das Gelände und den Trümmerberg zu erkunden und vier vermutlich verschütteten Personen aufzufinden.

Mit Flutlicht vom Gerätekraftwagen und Handlampen wurde die Aufgabe angegangen. Während die zuerst aufgefundene Person (wie alle dargestellt durch eine Übungspuppe) noch relativ leicht von Hand aus den Trümmern befreit und gerettet werden konnte, gestaltete sich die Rettung der anderen Personen deutlich aufwendiger.

Die Helfer der 2. Bergungsgruppe mussten unter der Führung von Sebastian Worbs eine eingeklemmte Person unter einem Abrollcontainer befreien. Hierzu mussste eine tonnenschwere Last mit schwerem Gerät angehoben werden, so dass die Person gerettet werden konnte.

Ein ähnliches Bild bot sich auch bei der dritten Person. Diese war fast gänzlich von Randtrümmern begraben und konnte auch nur unter Zuhilfenahme von 40t-Hebekissen aus ihrer Lage befreit und dem Rettungsdienst übergeben werden. Eine besondere Herausforderung stellt hierbei das ständige Unterbauen der losen Trümmer zur Eigensicherung und zum Schutz der zu rettenden Person dar.

Die letzte vermissete Person wurde auf halber Höhe eines ca. 10m hohen Hanges aufgefunden. Diese konnte laut Übungsvorgabe auf Grund ihrer Verletzungen nur horizontal und besonders schonend transportiert werden. Die 1. Bergungsgruppe baute hierzu vor Ort unter Leistung ihres Gruppenführers Stefan Brixner eine Seilbahn. So wurde ein 50m-Drahtseil vom Kraftwagen am Fuß des Hanges zum Kopf des Hanges gespannt. Dort wurde von den Helfern ein provisorischer Erdanker gebaut und das Seil angeschlagen. An das Seil wurde dann mit einer Laufkatze der für die Personenrettung vorgesehene Schleifkorb gehängt und in den Hang verfahren.

Die Bergungshelfer, die zum Verletzen vorgedrungen waren, konnten nun den Schleifkorb entgegennehmen und die Person fachgerecht betten. Der Patient konnte abschließend zum Fuß der Seilbahn abgelassen und dort weiter versorgt werden.

Am Ende des Abends waren sich alle beteiligten Helfer und auch die Planer der Übung (Zugführer Sascha Plachetka und Gruppenführer Hendrik Rabe) einig, dass die gestellte Aufgabe gut bewältigt und das Ausbildungsziel für den Abend voll erreicht wurde.

Das Wichtigste scheint jedoch, dass die Männer und Frauen des THW Uelzen wieder einmal zeigen konnten, dass sie mit ihrer Freude an Technik und der Bereitschaft zur Hilfeleistung Sinvolles tun können.


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