12.09.2014, von Stefan Brixner

Feriendorf komplett zerstört

Wrackteile verwüsten Anlage am Arendsee

Ein Szenario der vollständigen Verwüstung bot sich am Freitag abend den Rettungskräften der eingesetzten THW-Ortsverbände des Geschäftsführerbereiches Buxtehude.

Über einer Ferienanlage am Arendsee (nahe Salzwedel) waren am Nachmittag des 12.September 2014 zwei Hubschrauber der Bundespolizei zusammengestoßen. Die Trümmerteile verteilten sich auf den gesamten Komplex und zerstörten mehrere Gebäude schwer. Die Lage bei Eintreffen war durch die mittlerweile herrschende Dunkelheit und die dichte Bewaldung des Grundstücks sehr unübersichtlich. Es musste auf Grund der Belegung der Anlage von einer großen Anzahl Opfer ausgegangen werden. Die Gefährdungslage für die Retter war als hoch einzustufen.

So stellte sich das Übungs-Szenario für die THW-Großübung dar, an dem neben den Ortsverbänden Lüneburg und Lüchow-Dannenberg auch der THW Ortsverband Uelzen mit 2 Gruppen teilnahm.

Sammelpunkt für die teilnehmenden Einheiten war am frühen Freitag Abend die Liegenschaft des Lüchower Ortsverbandes gewesen, von wo aus nach Lageeinweisung und Auftragserteilung gegen 19:30 mit dem gesamten Verband aus ca. 10 Einsatzfahrzeugen an die Einsatzstelle in Arendsee verlegt wurde.

Vor Ort galt es nun für die Einsatzkräfte, möglichst schnell die Einsatzstelle zu strukturieren und mit der Lageerkundung zu beginnen. Hierfür wurde den Gruppenführern der 5 teilnehmenden Bergungsgruppen (darunter auch die 1. und 2. Bergungsgruppe des THW Uelzen) der entsprechende Erkundungsauftrag durch die vor Ort eingerichtete Führungsstelle erteilt.

Die Uelzener Gruppen erkundeten daraufhin zwei im Wald gelegene Wohngebäude und stießen bei der Suche nach Personen auf insgesamt drei verletzte Bewohner. Die teilweise bewußlosen Personen konnten zügig unter Anwendung der üblichen und ständig trainierten Rettungsmethoden aus den Gebäuden gerettet und an den Rettungsdienst übergeben werden.

Als Folgeauftrag suchte die 2. Bergungsgruppe des THW Uelzen weitere Gebäude und Trümmer nach Personen ab - jedoch ohne weiter fündig zu werden.

Die 1. Bergungsgruppe aus Uelzen wurde zeitgleich zur Erkundung des Hauptgebäudes hinzugezogen. Hier hatten die übrigen Gruppen der anderen Ortsverbände bereits die grobe Lage sondiert und auch schon erste Abstützmaßnahmen vornehmen können. Nun galt es, das 6.stöckige Gebäude (welches ca. 60m lang und 10m breit ist) weiter zu erkunden. Der entsandte Erkundungstrupp der 1. Bergungsgruppe des THW Uelzen arbeitete sich dazu  auftragsgemäß duch das gesicherte Ergeschoss zum Treppenhauskern vor, um dort den Aufstieg in die oberen Stockwerke zu erreichen. Hierzu musste zunächst ein Wanddurchbruch geschaffen werden, was den Einsatzkräften unter Leitung des Truppführers durch die relativ leichte Bauweise gut gelang.

Die Erkundung der oberen Stockwerke und des Daches konnte nach ca. 1 Stunde Arbeit und 2 weiteren Wanddurchbrüchen abgeschlossen werden. Personen wurden nicht aufgefunden.

Die mittlerweile freigewordene 2. Bergungsgruppe konnte zum Abschluss noch die Such- und Bergungsarbeiten im Kellergeschoss unterstützen. Hier wurden noch zwei weitere vermisste Personen vermutet. Die Gruppe unterstützte die Arbeiten durch Stellung von zwei erfahrenen Atemschutz-Geräte-Trägern, welche im Zuge der Erkundung auch auf die Personen stießen und diese unter sehr beengten Verhältnissen bergen konnten.

Die THW-Führungsstelle wurde in dieser Übung von Personal aus allen beteiligten Ortsverbänden betrieben. Der technisch verantwortliche Zugführer für den Ortsverband Uelzen war hier ebenso installiert, wie der Zugführer aus Lüneburg, der als Leiter der Führungsstelle fungierte. Beide teilten sich die Führung der über 40 Einsatzkräfte.

Gegen Mitternacht hatten alle Einheiten Ihre Arbeiten erfolgreich beendet. Gestärkt durch ein Essen, welches durch die eigene THW-Versorgungseinheit des Ortsverbandes Lüneburg gestellt wurde, konnte eine erste Bilanz der Übung gezogen werden. Diese fiel auf breiter Basis positiv aus.

Sowohl die Helfer, das Führungspersonal und die Übungsleitung, als auch die beobachtenden Vertreter des übergeordneten THW Länderverbandes Bremen, Niedersachsen zeigten sich zufrieden mit Organisation und Leistung.

Nach Rückkehr in den Heimat-Ortsverband konnten die Uelzener Helfer den Dienst gegen 2:00 morgens beenden. Vielleicht etwas "abgekämpft", aber auf jeden Fall guter Stimmung!

Der Dank der gesamten Mannschaft gilt den Personen, die die Übung ausgearbeitet, organisiert und möglich gemacht haben.


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